Das Internet hat ein Textproblem. Genauer gesagt: ein Laberproblem. Überall stößt man auf Artikel, die klingen, als hätte jemand panische Angst davor, einfach mal zum Punkt zu kommen. Da werden Einleitungen gebaut wie Startbahnen für Langstreckenflüge, bevor endlich die eigentliche Information auftaucht. Falls sie überhaupt auftaucht.
Man klickt auf einen Beitrag mit der Überschrift „Warum Ihre Website langsam ist“ und darf sich erst einmal durch Sätze kämpfen wie: „In der heutigen digitalen Welt spielen schnelle Ladezeiten eine zunehmend wichtige Rolle.“ Ach wirklich. Danke für diese investigative Meisterleistung.
Viele Texte im Netz wirken inzwischen wie mündliche Prüfungen von Leuten, die keine Ahnung haben, aber Zeit schinden wollen. Hauptsache, der Text wird länger. Ob er besser wird, scheint inzwischen nebensächlich zu sein.
Lange Zeit war der Beruf des Online-Redakteurs vergleichsweise klar definiert. Texte schreiben, Bilder auswählen, Inhalte im CMS veröffentlichen und vielleicht noch ein wenig Suchmaschinenoptimierung betreiben. Damit ließ sich über viele Jahre ordentlich Reichweite aufbauen. Heute funktioniert das immer seltener.
Das liegt nicht daran, dass gute Texte unwichtiger geworden wären. Im Gegenteil. Das Problem ist eher, dass reines Schreiben längst nicht mehr ausreicht, um online sichtbar zu bleiben. Denn Inhalte produzieren können inzwischen fast alle — Redaktionen, Unternehmen, Agenturen, Freelancer und natürlich KI-Systeme.
Genau dadurch verschiebt sich gerade der eigentliche Wert redaktioneller Arbeit.
Ich schaue mir beruflich seit vielen Jahren Websites an. Kleine Blogs, große Magazine, Unternehmensseiten, Nischenseiten. Dabei fällt mir immer wieder dasselbe auf: Viele Betreiber stecken enorm viel Arbeit in ihre Inhalte — und trotzdem passiert fast nichts.
Kaum Klicks. Kaum Sichtbarkeit. Kaum Reichweite. Und fast immer beginnt dann die Suche nach dem angeblichen Google-Problem. Mal ist ein Update schuld. Mal die KI. Mal „SEO funktioniert nicht mehr“. Dabei liegen die eigentlichen Ursachen oft viel näher.
Viele Websites wirken heute einfach beliebig. Manche Texte lesen sich wie eine Mischung aus SEO-Tool und KI-Baukasten. Andere Seiten nerven technisch schon nach wenigen Sekunden. Und viele Inhalte beantworten nicht einmal die Frage, wegen der jemand überhaupt auf die Seite gekommen ist.
Genau dort geht Reichweite verloren. Nicht wegen irgendeines geheimen Algorithmus. Sondern wegen Fehlern, die man oft schon nach einer Minute erkennt.
Mit dem Begriff „SEO-Texter“ konnte ich noch nie viel anfangen. Und das, obwohl ich selbst viele Jahre genau in diesem Bereich gearbeitet habe.
Ich kenne die alten Briefings noch ziemlich gut. Da ging es um Keyworddichte, Mindestwortzahlen und die Frage, wie oft ein bestimmter Begriff in Zwischenüberschriften auftauchen sollte. Teilweise bekam man Listen mit Pflichtkeywords, die möglichst „natürlich“ im Text untergebracht werden mussten. Das Wort „natürlich“ war dabei oft das Lustigste am ganzen Briefing.
Damals gehörte das einfach dazu. Und ehrlich gesagt: Natürlich habe ich solche Texte teilweise selbst geschrieben. Fast jeder, der länger im Onlinebereich gearbeitet hat, dürfte damit irgendwann Berührung gehabt haben.
Trotzdem fand ich die Bezeichnung „SEO-Texter“ schon damals seltsam. Weil sie so klingt, als würde man nicht mehr für Menschen schreiben, sondern für irgendeinen Algorithmus. Und genau das ist meiner Meinung nach das Kernproblem vieler klassischer SEO-Texte.
SEO klingt oft nach technischem Voodoo, bei dem man Texte für Maschinen statt für Menschen schreibt. Das Gegenteil ist der Fall. Suchmaschinenoptimierung ist im Kern nichts anderes als exzellenter Service am Leser – nur eben mit ein paar digitalen Spielregeln.
Damit du im CMS (Content Management System) nicht nur blind Felder ausfüllst, sondern genau weißt, wie du deinen Texten die Reichweite verschaffst, die sie verdienen, habe ich dir dieses kleine Lexikon zusammengestellt. Hier übersetze ich das „SEO-Sprech“ in die Welt, die wir alle kennen: das Handwerk der guten Geschichte.
Als Redakteur und SEO-Experte sitze ich gerade an meinem Schreibtisch, starre auf die Traffic-Kurven einiger großer Publisher-Projekte und denke mir: „Leute, wir müssen reden.“
In der Branche kursiert seit einiger Zeit ein neues Buzzword wie ein Heilsversprechen: GEO – Generative Engine Optimization. Die Berater überschlagen sich, die Tools schießen wie Pilze aus dem Boden. Aber wenn man mal tief durchatmet und die Marketing-Folien beiseitelegt, bleibt eine existenzielle Frage übrig: Müssen wir Redakteure diesen Zirkus wirklich mitmachen? Reicht es nicht aus, verdammt gutes SEO zu beherrschen? Oder ist GEO am Ende nur der verzweifelte Versuch, in einem Spiel mitzuspielen, dessen Regeln gegen uns geschrieben wurden?
Lass uns das mal ohne KI-Blabla und mit einer gesunden Portion Skepsis analysieren.
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