Die Welt der Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist gerade ordentlich in Bewegung. Haupttreiber: Künstliche Intelligenz. KI versteht Inhalte immer besser – und längst nicht mehr nur Texte, sondern auch Bilder. Google & Co. setzen schon heute auf ziemlich ausgefuchste Systeme, um zu erkennen, was auf Fotos oder Grafiken zu sehen ist.
Da liegt eine Frage nahe, vor allem für SEO-Einsteiger: Brauchen wir den ALT-Tag überhaupt noch? Also diesen Alternativtext für Bilder?
Kurzfassung: Ja. Und zwar eindeutig.
Viele denken, dass KI den manuell geschriebenen Text irgendwann überflüssig macht. Klingt logisch, greift aber zu kurz. Der ALT-Tag ist nämlich viel mehr als ein SEO-Hilfsmittel. Er ist ein zentraler Baustein für Barrierefreiheit, Nutzerfreundlichkeit – und sogar für Effizienz und Nachhaltigkeit im Netz.
Was ist dieser ALT-Tag eigentlich?
Streng genommen heißt das Ding Alt-Attribut im HTML-Code. Gemeint ist eine textliche Beschreibung eines Bildes. Du kannst dir das wie einen unsichtbaren Beipackzettel vorstellen, der nur dann auftaucht, wenn er gebraucht wird.
Der ALT-Text hat zwei Kernaufgaben:
- Er erklärt das Bild, wenn es nicht geladen wird – etwa bei schlechter Verbindung. Der Nutzer versteht trotzdem, was eigentlich zu sehen wäre.
- Er macht Bilder zugänglich. Screenreader lesen diesen Text vor. Für Menschen mit Sehbehinderung ist der ALT-Tag oft die einzige Möglichkeit, ein Bild „wahrzunehmen“.
Ursprünglich kommt das Ganze aus der Barrierefreiheit. Ziel: Webseiten sollen für alle nutzbar sein – unabhängig von Technik, Endgerät oder Einschränkungen.
Der SEO-Aspekt: Wenn Google mitliest
Auch aus SEO-Sicht ist der ALT-Tag alles andere als egal. Googles Crawler können Bilder nicht „sehen“ wie wir. Sie lesen. Und dafür brauchen sie Kontext. Genau den liefert der Alternativtext.
Ohne ALT-Tag sinkt die Chance massiv, dass dein Bild in der Google-Bildersuche auftaucht. Und das ist relevant: Rund 22,6 % aller Suchanfragen laufen über die Bildersuche. Bilder sind also ein echter Traffic-Hebel.
Der ALT-Text sagt Google ganz konkret, was auf dem Bild passiert. Das hilft bei der Einordnung und unterstützt deine Onpage-Optimierung. Klar ist aber auch: Der ALT-Tag allein reißt kein Ranking nach oben – er ist ein Baustein unter vielen.
KI kann helfen – ersetzt den ALT-Tag aber nicht
Ja, KI ist inzwischen ziemlich gut darin, Bilder zu analysieren. Tools wie Google Lens zeigen das eindrucksvoll. Trotzdem bleibt der ALT-Tag relevant. Warum? Effizienz.
Google denkt stark in Richtung Ressourcenschonung. Stichwort Crawling-Budget: Für jede Website gibt es ein Limit, wie viel ein Crawler abgrast. Rechenzeit, Serverlast, Energie – all das kostet Geld.
Ein sauber formulierter ALT-Text liefert Google direkt strukturierte Infos. Das ist deutlich günstiger, als jedes Bild aufwendig per KI zu analysieren. Gute Daten sparen Rechenleistung. Und ja: Das kann sich indirekt positiv auswirken.
Passt auch zum allgemeinen SEO-Trend: schnelle Seiten, saubere Technik, gute Core Web Vitals.
Der wichtigste Punkt: der Mensch (und Voice Search)
Bei aller SEO-Denke darfst du eines nicht vergessen: Du optimierst für Menschen, nicht für Maschinen. ALT-Texte machen Inhalte verständlicher und zugänglicher. Punkt.
Dazu kommt Voice Search. Sprachassistenten greifen stark auf strukturierte, beschreibende Inhalte zurück. ALT-Texte helfen dabei, Bilder sinnvoll mit Text zu verknüpfen – und machen Seiten auch für sprachbasierte Suchen besser nutzbar.
Gute ALT-Tags schreiben – so klappt’s
Die Faustregel ist simpel: kurz, klar, beschreibend. Genau das empfiehlt auch Google.
Stell dir vor, du müsstest jemandem am Telefon erklären, was auf dem Bild zu sehen ist. So sollte sich der ALT-Text lesen. Natürlich, nicht gestelzt.
Bitte kein Keyword-Geschwurbel. Keyword Stuffing wird nicht belohnt – eher bestraft.
Beispiele:
Kontext: Landeseite zum Thema Hundeerziehung
- ❌ Schlecht (zu vage):
Hund - ❌ Schlecht (Keyword-Stuffing):
Labrador Hund Labradorwelpe Hundeerziehung Welpenkurs Hundetraining - ✅ Gut (beschreibend):
Labradorwelpe sitzt auf einer Decke neben einem Spielzeug - ✅ Gut (mit Keyword, sinnvoll):
Labradorwelpe sitzt beim täglichen Hunde-Training auf dem Fußboden
Wenn es passt, nutze das Haupt-Keyword der Seite. Aber nur dann. Und bitte konsequent: auch im Dateinamen und in der Bildunterschrift.
Beispiel im HTML:
<img src=“bilder/kleinkind-katze.jpg“ alt=“Kleinkind und Katze spielen auf dem Fußboden“ />
In der Praxis trägst du das bei WordPress im Feld „Alternativtext“ oder bei anderen CMS-Systemen zum Beispiel unter „Bildbeschreibung“ ein.
Fazit: Der ALT-Tag bleibt
Auch mit immer besserer KI ist der ALT-Tag nicht tot – im Gegenteil. Er verbindet Technik mit Nutzerfreundlichkeit.
Gute ALT-Texte:
- verbessern die Barrierefreiheit
- steigern die Nutzererfahrung
- helfen Suchmaschinen effizienter zu arbeiten
- zahlen auf nachhaltige SEO ein